281. An Goethe
Jena, den 9. [recte: 10.] Februar 1797
Es ist mir dieser Tage der Brief von Meyern wieder in die Hände gefallen, worin er den ersten Theil seiner Reise bis Nürnberg beschreibt. Dieser Brief gefällt mir gar wohl, und wenn sich noch drei, vier andere daran anschließen ließen, so wäre es ein angenehmer Beitrag für die Horen und die paar Louisd’or könnte Meyer auch mitnehmen. Ich lege Ihnen die Copie hier bei.
Von Nicolai in Berlin ist ein Buch gegen die Xenien erschienen; ich habe es aber noch nicht zu Gesichte bekommen.
Ich habe jetzt ein zweites Gebot auf meinen Schmidtischen Garten gethan, 1150 Rthlr., und hoffe ihn um 1200 Rthlr. zu bekommen. Es ist vorderhand zwar nur ein leichtes Sommerhaus, und wird auch wohl noch ein hundert Thaler kosten, um nur im Sommer bewohnbar zu seyn; aber diese Verbesserung meiner Existenz ist mir alles werth. Wenn ich erst im Besitz bin, und Sie hier sind, dann wollen wir Sie bitten, uns zu rathen und zu helfen.
Alles Weitere mündlich. Ich hoffe Sie übermorgen gewiß zu sehen, schicke aber doch auf jeden Fall die Horen heute mit. Inlage an Herdern bitte abgeben zu lassen.
Der Auftrag an meinen Schwager ist besorgt.
Leben Sie recht wohl.
Sch.