549. An Schiller

Weimar, den 10. November 1798

Hier schicke ich Abdrücke, so viel fertig geworden sind, ich weiß selbst nicht wie viel.

Morgen gegen Abend bin ich bei Ihnen und hoffe eine Zeit lang zu bleiben. Mögen meine Wünsche nicht vergeblich seyn!

Für den Wallenstein danke ich; die zwei ersten Acte habe ich heute früh mit großem Vergnügen gelesen. Den ersten, den ich nun so genau kenne, halte ich fast durchaus für theatralisch zweckmäßig. Die Familienscenen sind sehr glücklich und von der Art die mich rührt. In der Audienzscene möchten einige historische Punkte deutlicher auszusprechen seyn, so wie ich in meiner Ausgabe des Prologs den Wallenstein zweimal genannt habe. Man glaubt nicht was man deutlich zu seyn Ursache hat. Doch wird uns über alles dieses das Gespräch bald aufklären, worauf ich mich sehr freue. Leben Sie recht wohl, ich sage nichts weiter.

G.

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