322. An Goethe
Jena, den 29. Mai 1797
Ich wünsche, daß Sie auf die gestrige Partie recht wohl geschlafen haben mögen. Der Besuch von Mignon war mir sehr erfreulich, bleiben Sie ja bei diesem Individuum, es läßt sich in dieser eigenen Seele so vieles empfinden und aussprechen, was in keiner andern geschehen kann. Böttigern hätte meine Frau morgen abend am liebsten. Wenn Gerning so bald geht, so würde die Reise Sie doch früher überraschen, als Sie gedacht haben – und wie stehts dann um die Urania? und um die übrigen poetischen und biblischen Pläne?
Schiller
Leben Sie recht wohl. Wir sehen Sie doch heute abend?
[Nicht bei H, zitiert nach S.]
H – | S 322 | B 322