590. An Goethe

Jena, den 7. März 1799

Versprochenermaßen sende hier die zwei ersten Acte des Wallenstein’s, denen ich eine gute Aufnahme wünsche. Sagen Sie mir wo möglich gleich morgen ein Wörtchen darüber, und senden mir das Manuscript durch die Sonntagabendspost wieder zu, da ich keine lesbare Abschrift davon habe, und meinen Copisten auch nicht feiern lassen darf.

Zugleich lege ich Iffland’s Nachricht von der Vorstellung der Piccolomini bei, nebst dem Komödienzettel. Es ist gerade so ausgefallen, wie ich muthmaßte, und man kann für’s erste damit zufrieden seyn. Das dritte Stück wird durchbrechen wie ich hoffe.

Ich habe es endlich glücklicherweise arrangiren können, daß es auch fünf Acte hat, und den Anstalten zu Wallenstein’s Ermordung ist eine größere Breite sowohl als theatralische Bedeutsamkeit gegeben. Zwei resolute Hauptleute, die die That vollziehen, sind handelnd und redend eingeflochten, dadurch kommt auch Buttler höher zu stehen, und die Präparatorien zu der Mordscene werden furchtbarer. Freilich hat sich dadurch auch meine Arbeit um ein ziemliches vermehrt.

Leben Sie recht wohl für heute. Meine Frau, die nicht ganz wohl war, aber wieder besser ist, grüßt herzlich. Für die Rüben danken wir schön.

Sch.

H 582 | S 580 | B 583